Strukturelle Integration – die Methode

Fasziale Ganzkörperarbeit

Strukturelle Integration ist eine manuelle Ganzkörperarbeit und fokussiert sich auf die Optimierung des körperweiten Fasziennetzes.

Mit einer durchdachten Serie von Behandlungen wird das gesamte Fasziennetz in einer anatomisch und funktionell geeigneten Reihenfolge behandelt. SI-Therapeut:innen wenden hierfür spezielle Faszien-Release-Techniken an.

Haltungs- und Bewegungsmuster

Strukturelle Integration beschäftigt sich mit dysfunktionalen Haltungs- und Bewegungsmustern. Muster sind zum Beispiel unsere typische Körperhaltung oder unser Gehstil. Diese Muster bilden sich aufgrund ver­schiedener Einflüsse über einen längeren Zeitraum.

Dysfunktionale Muster belasten unseren Körper und unsere Gesundheit. Sie äussern sich generell in Form chronischer Dis­balancen, Schmerzen, Asymmetrien und Bewegungseinschränkungen.

Solche ungesunden Muster können auch durch verinnerlichte belastende emotionale Erlebnisse und Traumata entstehen.

Dysfunktionale Muster lassen sich ohne therapeutische Intervention nur sehr schwer verän­dern, weil sie physisch im Fasziennetz und Skelettsystem fixiert und im Kleinhirn abgelegt sind.

Die Wiederherstel­lung eines gut funktionierenden Fasziensystems durch Strukturelle Integration hat den grössten Einfluss darauf, im Körper fixierte belastende Muster aufzulösen oder zumindest zu reduzieren.

Ziele der Strukturellen Integration

  • Asymmetrien eliminieren und den Körper neu ausbalancieren
  • den Körper in der Schwerkraft aufrichten, um die Effizienz in der Bewegung zu fördern
  • dysfunktionale Haltungs- und Bewegungsmuster reduzieren oder auflösen
  • die Beweglichkeit und Bewegungsqualität steigern
  • das körperliche Wohlbefinden und die körperliche Funktionalität im Alltag erhöhen
  • das Körpergefühl verbessern
  • die körperliche Belastbarkeit fördern
  • die Selbstheilungskräfte aktivieren

Strukturelle Integration konzentriert sich zwar nicht gezielt auf die Linderung von Schmerzen und anderen körperlichen Beschwerden. Jedoch ist eine Linderung dieser eine typische und willkommene Wirkung unserer Therapie.

Was erwartet Sie in der Behandlung?

Durchdachte Behandlungsserie

Die Behandlungsserie gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Phasen und folgt einem anatomisch und funktionell durchdachten Aufbau.

  • Zuerst werden die oberflächlichen Faszien behandelt und die darin befindlichen Kompensationen aufgelöst.
  • Darauf folgt die Arbeit in den tieferen Faszienschichten, in denen sich die grundlegenden Störungen befinden.
  • Den Abschluss der Serie bildet die Integrationsphase, in deren Verlauf das Zusammenspiel von tiefen und oberflächlichen Strukturen optimiert wird.

Im Verlauf dieses Therapieprozesses wird der Körper so Schritt für Schritt neu ausbalanciert, das Fasziengewebe von Störungen befreit und wieder voll funktionsfähig gemacht. Gleichzeitig erfahren die Klient:innen mehr Bewegungsfreiheit und lernen, wie sie funktionalere Bewegungen und Haltungen in ihren Alltag integrieren.

Die Behandlungsserie besteht aus zehn bis zwölf Behandlungen von jeweils 75 bis 90 Minuten Dauer. Die Behandlungen finden in Abständen von einer bis mehreren Wochen statt.

Individuelle Anpassungen

Jede Behandlungsserie wird auf das Individuum zugeschnitten. Die Therapeut:innen berücksichtigen persönliche Bedürfnisse und Anliegen, die körperliche Verfassung, Berührungsängste und Traumata sowie individuelle Ziele. Die Behandlungsdauer und Behandlungsintervalle werden ebenfalls mit den Klient:innen festgelegt.

Therapiepause und Folgebehandlungen

Nach der Behandlungsserie erfolgt in jedem Fall eine längere Pause. Sie verschafft den Klient:innen Gelegenheit, die körperlichen, seelischen und geistigen Entwicklungen zu integrieren. Folgebehandlungen sind erst zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll.

Mittel der Strukturellen Integration

In der Strukturellen Integration werden tiefe Gewebetechniken, sogenannte Faszien-Release-Techniken, eingesetzt. Diese Techniken sind geeignet, um das Fasziengewebe zu verändern und in ihm einen Adaptationsprozess auszulösen. Dieser Prozess findet nicht nur während der Therapie statt, sondern setzt sich im Anschluss daran weiter fort.

Um unsere Klient:nnen bei der Integration der erfolgten körperlichen Veränderungen zu unterstützen, setzen wir zusätzlich Übungen zur weiteren Steigerung der Körperwahrnehmung ein. Gezielte Bewegungsabfolgen ermöglichen den Klient:nnen, wiedererlangte Bewegungsmöglichkeiten zu erforschen, im Körper zu integrieren und in den Alltag zu transferieren.

Alltägliche Bewegungen bei Arbeit, Freizeit und Sport können ausserdem spezifisch analysiert, verändert und dank der neuen Bewegungsmöglichkeiten optimiert werden.

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FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Struktureller Integration und Massage?

Massage entspannt oder aktiviert die Muskulatur und fördert die Durchblutung. Sie wirkt meist nur kurzfristig und verändert den Körper nicht grundlegend oder nachhaltig.

Strukturelle Integration hingegen zielt auf eine grundlegende und nachhaltige Verbesserung der Körperhaltung und Bewegungsmuster. Sie entspannt die Muskulatur dauerhaft, macht beweglicher, fördert das Körpergefühl und gleicht Asymmetrien aus. 

Ist Strukturelle Integration das Gleiche wie Rolfing®?

Innerhalb der Methode Strukturelle Integration gibt es verschiedene Ausbildungsrichtungen. Rolfing® - in Anlehnung an den Namen der Begründerin der Methode Dr. Ida Rolf - ist eine markenrechtlich geschützte Bezeichnung und die bekannteste Ausbildungsrichtung. 

Wird bei der Strukturellen Integration nur am Körper gearbeitet?

Tatsächlich arbeiten SI-Therapeut:innen hauptsächlich manuell im Fasziennetz. Im Verlauf der Therapie spielt zusätzlich die bewusste Schulung der Körperwahrnehmung und das Einüben neuer Bewegungsabläufe eine Rolle.